Michael Andres zu Gast in der WAD

Rückblick: Weinprobe am 25. Juni 2022

WEIN UND KULINARIK

Pälzer Frohnatur

immer wieder Samstags, darfst du voller Vorfreude aufwachen. Denn in der WAD ist Offene Verkostung. Doch ab und an haben wir besondere Auftragskiller vor Ort, die dich mit ihrem Charme und Wissen umhauen. So wie letztens am 25. Juni zu einer offiziellen Weinprobe. Die Vorfreude auf das Zusammentreffen und die Außentemperaturen schossen gleichermaßen in die Höhe. Diesmal am Start: Pfälzer Michael Andres aus Deidesheim von Bio-Weingut Andres. Micha und sein Bruder Thomas geben seit Beginn an Vollgas und wurden jüngst von der Jungen Pfalz ausgezeichnet. Ihre Weine überzeugen durch Eleganz, sind authentisch und hochspannend.

Ein mega high-Five geht an Micha raus, der früher als vereinbart kommen konnte. So hatten auch Wissbegierige ohne abendliches Weinproben-Ticket die Möglichkeit Micha persönlich kennenzulernen und seine Weine zu verkosten. Gegen 18:15 Uhr treffen die ersten Gäste in der WAD ein und Micha staunt über die Heilbronner Pünktlichkeit. Denn in der Pfalz nimmt man das nicht ganz so genau. Ein Viertelstündchen später, also right on time, ging es laut Drehbuch auch schon los. Zur Einstimmung stellt uns Micha seinen Sekt Blanc de Blancs, reinsortig aus der Rebsorte Chardonnay vor, der zwei Jahre auf der Hefe lag. Ein ernstzunehmender Schaumwein mit Spaßfaktor. Wein Nummer zwei ist ein Old Skool Rosé aus der Rebsorte Spätburgunder. Micha erzählt uns dass der Name Old Skool ein perfekter Name ist, um das Weingut zu beschreiben. Ein Rosé ohne Kitsch, keine Fruchtbombe, der schön spritzig, eigenständig und erdig ist. Hergestellt nach der alten Schule, echtes Handwerk wie vor 100 Jahren.
Micha: »Wer unseren Rosé versteht hat auch das Weingut verstanden.«

Und da Wein und Speisen auch Hand in Hand gehen, darf es gerne auch mal typisch Pfälzisch zugehen und es wird ein passendes Vesper wie Handkees mid Musik und Saumaache gereicht. Vegetarier wünschten sich Burrata.

Wohlgenährt geht es mit dem Weissburgunder-Chardonnay weiter. Ein Gutswein der auf der Feinhefe lag, der einen gewissen Schmelz mitbringt und mit beschwingten Trinkfluss die Stimmung hebt. Oder wie man in der Pfalz gerne sagt: Etwas gegen den Dorschd. Zwischen den Weinen gibt es stets ein kleines Päuschen, sei das um die zum Füße zu vertreten, dem Nachbartisch Hallo zu sagen oder für ein Zigarettchen vor die Türe zu gehen. Nach dem Gutswein folgt der erste Ortswein. Haardter Chardonnay, reduktiv, fein abgezogen, keine Filtration, der eine tolle Salzigkeit mitbringt. Micha erklärt, das die schweren Böden aus Kalkmergel einen wesentlichen Beitrag zur Salzigkeit im Wein beitragen. Auf die Frage was reduktiv sei, antwortet Micha salopp, dass der Duft der Reduktion an einen Pups erinnern kann. »Etwas provokantes, das zwar eigenständig ist, jedoch sich in was schönes verwandeln kann. Eine Gratwanderung die bei Unkenntnis auch ins negative umschlagen kann. Doch Reduktion ist auch ein Spiegelbild des Bodens worauf die Rebe wächst.« Toll. Beim Deidesheimer Riesling betont er den Boden Buntsandstein der eine gewisse Opulenz und Kraft mitbringt. Da hat man»ein gutes Maul voll Woi.«

Insgesamt präsentierte uns Micha acht Weine aus seiner Kollektion vom Gutswein bis Große Lage und war auch nach der offiziellen Probe noch Feuer und Flamme. Dongkschää das du da warst!

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