Nachprobiert: 16 Filari Nero d´Avola 2023

23:57 Uhr. 

Die ersten sind schon lange weg. Geblieben sind die, die bleiben wollen. Jacken hängen über den Stuhllehnen, aber niemand denkt mehr ans Gehen. Das Licht macht was mit der Zeit, es dehnt sie.

Irgendwann öffnet jemand den »16 Filari Nero d´Avola 2023« von Weingut Case Alte aus Camporale, Westsizilien. 500 Meter Höhe, alte Reben, acht Monate im Eichenholzfass ausgebaut. Man riecht das sofort.

Brombeere, Cassis. Dunkel und direkt, aber nicht schwer. Darunter liegt warme Schokolade, herb nicht süß. Und dann Thymian den man zwischen den Fingern verreibt, weil man sich vergewissern will, dass er wirklich da ist.

Im Mund passiert etwas Langsameres. Der Wein baut sich auf, Schluck für Schluck, er drängt nicht. Kraft, die sich Zeit lässt. Spürbares Tannin und eine Länge, die den Abend größer macht. Mit jedem Glas werden die Sätze besser. Nicht lauter sondern präziser. Solche Weine machen das.

00:27 Uhr. Die Flasche ist leer und die letzten ziehen los in die Nacht. Zufrieden, ein bisschen schwerer als vorher. Auf eine gute Art.

Mit wem würdest du diesen kraftvollen Rotwein aus Sizilien teilen?

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